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Eltern


Die Depression eines Elternteils wirkt sich sehr stark auf den Familienalltag aus. Es ist eine Herausforderung für die ganze Familie, mit dieser belastenden Situation umzugehen. Vor allem Kinder und Jugendliche sind oft überfordert, weil sie nicht über die Krankheit Bescheid wissen und deshalb die Gefühle und Reaktionen des betroffenen Elternteils nicht verstehen. Die Reaktionen, das Verhalten und die Erlebnisse der Jugendlichen sind sehr unterschiedlich. Dabei spielen die familiäre Situation, das soziale Umfeld, Art und Ursache der Erkrankung und auch das Verhalten der depressiven Person eine grosse Rolle. Sicher ist, dass die Depression eines Elternteils für Kinder und Jugendliche in jedem Fall eine grosse Belastung darstellt.

Meine Erfahrungen haben gezeigt, dass der offene und ehrliche Dialog und eine angemessene Aufklärung sehr wichtig sind. Es hilft den Kindern, wenn sie ins Geschehen einbezogen werden und sich nicht ausgeschlossen fühlen. Die Bedürfnisse der Kinder müssen ernst genommen werden. Mit gegenseitiger Unterstützung wird es gelingen, bestmöglich mit der Situation umzugehen und gemeinsam die Depression zu besiegen.

Allen Familienmitgliedern in dieser schwierigen Zeit gerecht zu werden und die nötige Aufmerksamkeit zu schenken, ist enorm schwierig. Das Wohl der Kinder und Jugendlichen kommt dabei leider oft zu kurz. Wird die Belastung für die Eltern oder die Kinder zu gross, ist es sehr sinnvoll, Hilfe in Anspruch zu nehmen. Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter der Rubrik Fachpersonen.

In meinem Ratgeber erfahren Sie mehr über die Bedürfnisse der Jugendlichen. Er enthält auch für betroffene Eltern und Angehörige wichtige und interessante Informationen und Anregungen.


…Betroffene und Angehörige


Wenn ein Familienmitglied an einer Depression erkrankt, können folgende Massnahmen hilfreich sein:

  • Frühzeitig professionelle Hilfe in Anspruch nehmen
  • Verwandte, Freunde und/oder Nachbarn informieren. Oft sind sie gerne bereit, Betroffene und Angehörige zu unterstützen und zu entlasten.
  • Sich über die Krankheit und ihre Auswirkungen informieren
  • Darüber sprechen
  • Schuld- und Schamgefühle ablegen
  • Es bestehen gute Heilungschancen. Es braucht jedoch Zeit und Geduld. Sich Ruhe und Erholung gönnen.
  • Die Krankheit annehmen und akzeptieren, dass die Gefühle und Gedanken sehr schwer zu verstehen sind.
  • Als Angehörige/r Mitgefühl, Verständnis und Respekt zeigen. Sich über die Bedürfnisse der Partnerin/des Partners informieren und entsprechend Hilfe anbieten und begleiten. Dabei die eigenen Bedürfnisse nicht vergessen und lernen sich abzugrenzen und für Unterstützung und Entlastung sorgen.
  • Auch Kinder und Jugendliche brauchen Unterstützung und ihrem Wohlergehen muss besondere Beachtung geschenkt werden. (Rubrik Fachpersonen)

Hier finden Sie Hilfe:


Rubrik Jugendliche / Notfall
Stiftung Pro Mente Sana
Kriseninterventionszentren
Die dargebotene Hand
Pro Juventute, Elternberatung
IKS Institut Kinderseele Schweiz
VASK Informationen, Beratung und Selbsthilfeangebote für Angehörige
www.depression.ch

Literaturvorschlag:

Ganz normal anders
Alles über psychische Krankheiten, Behandlungsmöglichkeiten und Hilfsangebote
Thomas Ihde-Scholl, Beobachter edition, Pro Mente Sana